PORZIO

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Was aus Freude am kulturellen und künstlerischen Reichtum der Südschweiz begann, ging im Juni 2009, nach fünf-jähriger Entwicklungszeit ins Internet. ticinARTE: Kunst, Kultur,  Land und Leute – ein virtueller Rundgang durch die Südschweiz und ihre Vergan- genheit. – www.ticinarte.ch

Liebesbriefe an den Tessin, geschrieben von Jo Mihaly.

Zu einer wunderbaren Frucht der Zusammenarbeit zwischen Jo Mihalys Tochter, Anja Ott, und dem Verfasser der Mihaly-Biografie, Niklaus Starck, sind die „Liebesbriefe an den Tessin“ geworden. Die Idee dazu entstand völlig spontan bei ihrem ersten Zusammentreffen im Oktober 2010 in Prien am Chiemsee: Sie ist den beiden zugefallen. Die Entstehung dieses Buches mit Geschichten von Jo und seine Produktion ereigneten sich quasi nebenbei, neben der Arbeit an der Biografie, Hand in Hand, als wäre da ein seit Jahren eingespieltes Team am Werk, so, „als ob wir drei uns an den Händen halten!“ Die Jo Mihaly-Biografie erscheint im Herbst 2011 im PORZIO-Verlag unter dem Titel: „Jo Mihaly ... und die Würde des Meschen“.  – Die „Liebesbriefe“ repräsentieren einen grossen Teil von Jo Mihalys literarischem Wirken während ihrer zweiten Lebenshälfte. Sie schrieb Portraits von im Tessin kulturell tätigen Menschen, verfasste Berichte über Kulturstätten, Kulturveranstaltungen und traditionelles Brauchtum, schilderte Naturkatastrophen und aktuelle Vorkommnisse und erzählte immer wieder Geschichten aus der Natur, vor allem aus der Tierwelt, wie nur Jo Mihaly sie erzählen konnte. In ihren Geschichten gibt sie viel von Spektrum und Tiefgang ihres Denkens und Fühlens, vom Reichtum ihres geistigen Wesens preis.


Jo Mihaly, 1902 geboren im Deutschen Kaiserreich, in Schneidmühl, Provinz Posen, heute Pila, Polen, hielt ihre Jugenderlebnisse in einem Kriegstagebuch fest, das 70 Jahre später, in den 1980er-Jahren, herauskam. Sie wurde Tänzerin, Ausdruckstänzerin, und tanzte und tippelte als Vagabundin durch die Wirren der Weimarer-Republik. Mihaly engagierte sich in politisch linken Organisationen. Verheiratet mit dem Juden Leonard Steckel, musste sie 1933 mit der eben geborenen Tochter Anja Berlin verlassen, in Zürich fand die Familie ihr neues Zuhause. Leonard Steckel war einer von denen, die dem Zürcher Schauspielhaus zu Rang und Namen verhalfen. Die Steckels gehörten bald zur Zürcher Kulturprominenz. Jo Mihaly engagierte sich in vielfältigen humanitären, kulturellen, künstlerischen und politischen Funktionen und in diversen Gruppen und Organisationen mit Mut und Zivilcourage für die Emigranten, für die Flüchtlinge und gegen grundsätzliche und willkürliche Auswüchse der schweizerischen Asylpolitik. Sie schrieb Bücher zu den Themen Randgruppen und Flüchtlinge, Gewaltherrschaft und Solidarität, Humanität und Liebe. Nach Kriegsende arbeitete sie während eines knappen Jahres in Frankfurt am Main am kulturellen Wiederaufbau der Stadt mit. 1949, nach 16 Jahren in Zürich, zog sie alleine in die Südschweiz, nach Ascona, „der Schönen“, wie sie es nannte, wo sie sich aufs Schreiben konzentrierte, aufs Geschichtenschreiben hauptsächlich, und am kulturellen Leben aktiv teilnahm. Immer wieder reiste sie nach Bayern, zur Familie ihrer Tochter, in deren Armen sie 1989 starb.

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ist zu Ostern 2011 erschienen

Jo Mihaly

Liebesbriefe an den Tessin, geschrieben von Jo Mihaly (1902-1989), bearbeitet und mit einem Geleitwort versehen von Anja Ott, mit Begleittexten des Herausgebers Niklaus Starck, 2011,

ISBN 978-3-952-3706-2-9.

216 Seiten, Leimbindung, Schutzumschlag, CHF 35.-